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Webdesign

WordPress-Alternative: Wann sich der Wechsel lohnt, mit echten Zahlen

Von Karim Hadj Yahia ·

WordPress betreibt laut W3Techs 39,5 Prozent aller Websites (Stand 30. Oktober 2026). Wir sind trotzdem ausgestiegen: Unsere eigene Website lief jahrelang auf WordPress mit dem Page-Builder Breakdance, inzwischen haben wir sie auf Astro umgebaut. Hier stehen die gemessenen Zahlen vor und nach dem Umzug, die Alternativen im Überblick und die Fälle, in denen du besser bei WordPress bleibst.

Unsere Zahlen: vorher WordPress, nachher Astro

Auf dem Handy stieg der Lighthouse-Wert unserer Startseite von 56 auf 96, die Datenmenge sank von 16,1 MB auf 0,3 MB. Gemessen haben wir beide Versionen am 30. Oktober 2026 mit Lighthouse 13.5 im Handy-Profil, jeweils dreimal. In der Tabelle steht der mittlere Wert.

Messwert (Startseite, Handy) WordPress (vorher) Astro (nachher)
Lighthouse-Wert Leistung (0 bis 100) 56 96
Largest Contentful Paint: größtes Element sichtbar 8,8 s 2,2 s
First Contentful Paint: erster Inhalt sichtbar 2,7 s 1,4 s
Total Blocking Time: Seite blockiert 197 ms 25 ms
Cumulative Layout Shift: Inhalt verrutscht 0,12 0
Antwortzeit des Servers 606 ms 59 ms
Datenmenge 16,1 MB 0,3 MB
Anfragen beim Laden 124 32
Andere Server, die beim Laden angefragt werden 12 0
Lighthouse-Wert Barrierefreiheit 92 100

Lighthouse misst im Labor, mit gedrosselter Verbindung und einem simulierten Mittelklasse-Handy. Für das Ranking nutzt Google dagegen die Werte echter Besucher aus dem Chrome-Nutzerbericht. Die Richtung ist trotzdem eindeutig: Google wertet einen Largest Contentful Paint bis 2,5 Sekunden als gut. Die alte Seite lag mit 8,8 Sekunden weit darüber, die neue liegt darunter.

Nicht alles davon liegt an WordPress. Allein ein Bildschirmfoto im PNG-Format machte 10,4 MB aus, fast zwei Drittel der gesamten Datenmenge. WordPress hindert dich nicht daran, so ein Bild hochzuladen, Astro dagegen verkleinert und komprimiert Bilder beim Bauen automatisch. Der Rest des Unterschieds kommt aus der Technik: Der Page-Builder erzeugte 559 KB HTML für eine einzige Seite, dazu kamen Skripte für Google Analytics und ein Cookie-Banner von Usercentrics. Die Astro-Version braucht kein Cookie-Banner, weil sie keine Cookies setzt.

Warum WordPress-Seiten oft langsam und aufwendig werden

WordPress selbst ist nicht das Problem. Langsam und pflegeintensiv wird eine Seite durch das, was im Lauf der Jahre dazukommt.

  • Page-Builder wie Elementor, Divi oder Breakdance machen das Gestalten einfach, erzeugen aber viel zusätzlichen Code. Unsere alte Startseite hatte 559 KB HTML, die neue 129 KB.
  • Plugins bringen eigene Skripte und Stile mit und brauchen ständig Updates. Laut dem Sicherheitsbericht von Patchstack wurden 2025 im WordPress-Umfeld 11.334 neue Schwachstellen gefunden, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. 91 Prozent davon betrafen Plugins, im WordPress-Kern selbst waren es nur 6. Für 46 Prozent gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch kein Update. Wie du dich schützt, steht im Ratgeber zur WordPress-Sicherheit.
  • Datenbank und Server setzen jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammen, wenn kein gutes Caching eingerichtet ist. Das kostet Zeit, bevor überhaupt etwas angezeigt wird. Unser alter Server brauchte im Mittel 606 Millisekunden für die erste Antwort, die Astro-Version 59.

Die Folgen zeigen sich in den Daten echter Besucher. Laut dem Core-Web-Vitals-Bericht des HTTP Archive, ausgewertet von Search Engine Journal, bestehen rund 49 Prozent der WordPress-Websites Googles Core Web Vitals. Bei Astro sind es 67 Prozent. Noch besser schneiden Baukästen wie Wix mit rund 80 Prozent ab. Dort kontrolliert der Anbieter die gesamte Technik, Nutzer können also weniger falsch machen. Die Technik allein entscheidet also nicht, aber sie legt fest, wie leicht man Fehler machen kann.

Die Alternativen im Überblick

Die wichtigsten Alternativen sind Astro für schnelle Unternehmensseiten, Next.js für Websites mit App-Funktionen, Baukästen wie Webflow und Wix, andere CMS wie TYPO3 und Shopify für Onlineshops.

Alternative Gut für Pflege und Aufwand
Astro, auf Wunsch mit Headless CMS Unternehmensseiten Inhalte im CMS oder über die Agentur. Kaum Wartung: keine Plugins, keine Datenbank.
Next.js Websites mit Login oder App-Funktionen Inhalte im CMS oder über die Agentur. Server-Funktionen brauchen Pflege.
Baukästen wie Webflow, Wix, Squarespace kleine Seiten zum Selbermachen Inhalte selbst im Editor. Monatliche Gebühr, Bindung an den Anbieter.
Andere CMS wie TYPO3 oder Craft CMS große Seiten mit vielen Redakteuren Inhalte selbst im Backend. Updates und Hosting wie bei WordPress.
Shopify Onlineshops Inhalte selbst im Backend. Gebühren pro Monat und pro Verkauf.

Für die meisten Unternehmensseiten, die wir bauen, ist Astro die erste Wahl. Für Web-Apps und Portale nutzen wir Next.js, mehr dazu unter Web-App-Entwicklung.

Was sich mit Astro statt WordPress ändert

Astro erzeugt alle Seiten einmal beim Bauen als fertiges HTML. Ruft jemand eine Seite auf, schickt der Server nur noch diese Datei. Es gibt keine Datenbank, die bei jedem Aufruf abgefragt wird, und kein Admin-Login, das Angreifer ausprobieren können.

  • Open Source: Astro steht unter der MIT-Lizenz und ist kostenlos. Seit Januar 2026 gehört das Team hinter Astro zu Cloudflare. Laut dem Astro-Team bleibt das Projekt Open Source und läuft weiter auch bei anderen Hosting-Anbietern.
  • Inhalte bearbeiten: Texte liegen entweder als Dateien im Projekt oder in einem Headless CMS wie Storyblok oder Decap CMS. Dort pflegst du Texte und Bilder in einer Oberfläche, die Website baut sich danach automatisch neu.
  • Formulare und Funktionen laufen über kleine Server-Funktionen. Unser Kontaktformular ist zum Beispiel eine solche Funktion, die in einem Rechenzentrum in Frankfurt läuft und die Anfrage per E-Mail weiterleitet.
  • Bilder werden beim Bauen automatisch verkleinert, in moderne Formate umgewandelt und in passenden Größen für Handy und Desktop ausgeliefert.
  • Wartung fällt nicht ganz weg, aber deutlich kleiner aus: Abhängigkeiten im Code, Formulare, Domain und Hosting müssen weiter gepflegt werden. Was dazugehört, steht unter Wartung und Hosting.

Wann du bei WordPress bleiben solltest

Ein Wechsel lohnt sich nicht in jedem Fall. Bleib bei WordPress, wenn:

  • dein Team täglich selbst Inhalte pflegt und im WordPress-Editor eingearbeitet ist,
  • du Plugin-Funktionen brauchst, die sonst individuell gebaut werden müssten, etwa einen WooCommerce-Shop, einen Mitgliederbereich oder ein Buchungssystem,
  • das Budget für einen Neubau fehlt. Dann bringt es oft schon viel, große Bilder zu verkleinern, überflüssige Plugins zu entfernen, Caching einzurichten und das Hosting zu verbessern.

Wenn du bei WordPress bleibst, übernehmen wir Updates, Backups und Überwachung im Rahmen der Wartung ab 129 € pro Monat.

So läuft der Umzug, ohne Rankings zu verlieren

Der größte Fehler bei einem Wechsel ist nicht die neue Technik, sondern vergessene Adressen. So sind wir bei unserer eigenen Website vorgegangen:

  1. Alle Adressen erfassen. Wir haben die 102 Adressen aus der alten Sitemap gesammelt, dazu die Seiten, die in der Search Console Klicks bekommen.
  2. Jeder Adresse ein Ziel geben. Seiten, die bleiben, behalten ihre Adresse. Für alle anderen gibt es eine Weiterleitung auf die passende neue Seite, bei uns sind es 46. Jede führt in einem Schritt ans Ziel, ohne Ketten.
  3. Inhalte übernehmen und verbessern. Was rankt, bleibt erhalten. Doppelte und sehr dünne Seiten werden zusammengelegt.
  4. Auf einer Vorschau testen. Die neue Seite läuft zuerst unter einer eigenen Adresse, die Google nicht indexiert. Dort prüfen wir Formulare, Weiterleitungen und Ladezeiten.
  5. Umstellen und beobachten. Nach dem Umzug der Domain reichen wir die neue Sitemap in der Search Console ein und kontrollieren in den ersten Wochen, ob alle Seiten gefunden werden.

Wie wir einen Relaunch im Detail angehen, steht auf der Seite zum Website-Relaunch. Was eine neue Website kostet, erklärt der Ratgeber Was kostet eine Website?.

Fazit

WordPress ist nicht schlecht, aber viele WordPress-Seiten sind über die Jahre schwer und pflegeintensiv geworden: Nur rund die Hälfte besteht Googles Core Web Vitals. Wenn deine Seite vor allem Leistungen, Referenzen und Ratgeber zeigt, bringt ein Umzug auf Astro spürbar schnellere Ladezeiten und weniger Wartung. Bei uns stieg der Lighthouse-Wert auf dem Handy von 56 auf 96. Wenn dein Team täglich im WordPress-Editor arbeitet oder du viele Plugin-Funktionen nutzt, ist eine gründliche Überarbeitung der bestehenden Seite oft die bessere Wahl. Welcher Weg für dich passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist die beste Alternative zu WordPress?

Das hängt davon ab, wer die Website pflegt und was sie können muss. Für Unternehmensseiten mit Leistungen, Referenzen und Ratgebern empfehlen wir Astro, weil die Seiten als fertiges HTML ausgeliefert werden und kaum Wartung brauchen. Für Websites mit Login oder App-Funktionen eignet sich Next.js. Wer ohne Entwickler arbeiten will, nimmt einen Baukasten wie Webflow, Wix oder Squarespace, für Onlineshops Shopify.

Ist Astro besser als WordPress?

Für schnelle, wartungsarme Unternehmensseiten ja. Astro erzeugt die Seiten vorab als HTML, braucht keine Datenbank und keine Plugins. Laut HTTP Archive bestehen 67 Prozent der Astro-Websites die Core Web Vitals, bei WordPress sind es rund 49 Prozent. WordPress ist stärker, wenn dein Team täglich selbst Inhalte im Editor pflegt oder viele fertige Plugin-Funktionen wie einen Shop oder Mitgliederbereich braucht.

Kann ich Inhalte ohne WordPress selbst pflegen?

Ja. Eine Astro-Website lässt sich mit einem Headless CMS verbinden, zum Beispiel Storyblok oder Decap CMS. Darin bearbeitest du Texte und Bilder in einer Oberfläche wie bei WordPress, die Website wird danach automatisch neu gebaut. Bei Baukästen wie Webflow oder Wix ist der Editor ohnehin eingebaut.

Verliere ich beim Wechsel meine Google-Rankings?

Nicht, wenn jede alte Adresse auf die passende neue Seite weitergeleitet wird und die Inhalte erhalten bleiben. Für unseren eigenen Umzug haben wir alle 102 Adressen aus der alten Sitemap erfasst und jeder eine neue Seite oder eine Weiterleitung zugeordnet. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, deshalb gehört eine Kontrolle in der Search Console nach dem Umzug dazu.

Was kostet der Umstieg von WordPress auf Astro?

Ein Relaunch mit Umzug kostet bei uns ab 2.500 €. Der genaue Preis hängt von der Zahl der Seiten, dem Design und davon ab, ob ein CMS zum Bearbeiten angebunden werden soll. Den Weiterleitungsplan für alle alten Adressen erstellen wir bei jedem Relaunch mit.

Ist WordPress unsicher?

WordPress selbst ist gut gepflegt. Laut Patchstack wurden 2025 im WordPress-Kern nur 6 Schwachstellen gemeldet, alle mit niedriger Priorität. Das Risiko steckt in Plugins und Themes: 91 Prozent der 11.334 neuen Schwachstellen betrafen Plugins. Wer WordPress nutzt, muss Updates deshalb regelmäßig einspielen oder einspielen lassen.